Montag, 27. Juni 2011

Wow!

Staunen ist eine Art Wundermittel. Denn Staunen bringt nicht nur den Bestaunten „in Fahrt“, nein, Staunen wirkt auch aktivierend auf den Staunenden. Zwar erstarrt man erst einmal ein bisschen, wenn man auf etwas Bewundernswertes stößt, aber dann löst sich diese Erstarrung in Freude und Mitteilungslust.

Kennen Sie das auch? Ja? Nein: Na, dann nichts wie raus und mal eine Runde gestaunt! Und nehmen Sie sich dabei nicht so ernst, bitte, sondern genießen Sie einfach, was passiert...

Und damit sind wir bei einer neuen Variante von Komplimenten, die als Feedback auf Ressourcen verweisen. Mit Staunen bringen Sie außerdem „Energie“ in die Coaching-Sitzung.

Bitte verwechseln Sie das Staunen (Be-Wundern) aber nicht mit „(ver)wundern“ – denn das führt schnell in Defizite. Das ist, wie immer, eine Frage des Formulierens. Wenn Sie Ihrem Coachee mitteilen, wie sehr es Sie erstaunt, dass er es schafft, bei der Jubiläumsfeier mit seinem größten Rivalen anzustoßen, dass er diese Selbstbeherrschung aufbringt, dann klingt das ganz anders, als wenn Sie sagen, dass es Sie doch sehr wundert, dass er diesem verhassten Kollegen gratuliert.

Setzen Sie beim Staunen ruhig Zeichen der Bewunderung ein. Platzieren Sie ein „Toll!“, „Wow!“ oder „Klasse“, sobald Sie beim Zuhören auf etwas stoßen, was „normalerweise“ unter den geschilderten Umständen nicht zu erwarten ist, und was auf eine Ressource hinweist. (Tun Sie das wie immer nur, wenn Sie das wirklich denken!) Diese kleinen Kommentare wirken auf den Denkprozess beschleunigend, aus Ihrem Coachee wird es nur so heraussprudeln.

Da lösungsfokussiertes Coaching sehr anstrengend für den Coachee ist, sind solche „Wow-Phasen“ wie Erholungspausen: Hier können Sie auch ruhig einmal über das Ziel hinausschießen und auch „unmögliche“ Ideen ausprobieren, danach gehen Sie einfach wieder nur auf das Machbare und Sinnvolle ein und betrachten die unmöglichen oder nicht zielfördernden Ideen als Ventile, mit denen sich der Coachee mal Luft gemacht hat (zurück zum obigen Beispiel: Wenn der Coachee z.B. auf den Gedanken kommt, seinem Rivalen statt die Hände zu schütteln einen Kinnhaken zu verpassen…). Ein bisschen herumalbern darf man zur Erholung eben auch, aber bitte nicht zu lange, denn dafür hat Sie der Coachee wahrscheinlich nicht engagiert.

Die weiteren Varianten von Komplimenten:

-         Lob,
-         Coping-Fragen,
-         Normalisieren,
-         Nicken,
-         Wiederholen (Nachsprechen) besonders ressourcenvoller Bemerkungen des Coachees

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